
Nach wochenlanger organisatorischer Arbeit, vor allem von unserer Skipperin Kirsten Harmstorf, war es am Freitag, den 21. Mai, endlich soweit. Um 19 Uhr starteten 42 Yachten vor Cuxhaven zur Sundowner Regatta nach Helgoland. Diese war gleichzeitig die erste von vier Regatten der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Seesegeln Offshore, die im Rahmen der 76. Nordseewoche stattfand.
Bei 4 Windstärken aus nordwestlicher bis nordnordwestlicher Richtung segelten wir Richtung Helgoland. Eine reine Kreuz und die auch noch ziemlich nass, da sich über die Tage in der Elbmündung eine unangenehme, kurze Welle aufgebaut hatte. Nach kurzer Zeit bauten wir den Spinnakerbaum ab, da er das Profil der Genua negativ beeinträchtigt hat. Leider verhakte sich in einer Wende die Luv-Genuaschot an dem Spibaumbeschlag, löste den Bolzen und der Beschlag fiel über Bord. Für die Nacht nach Helgoland kein Problem, da wir den Spi nicht brauchten, aber für die nächsten Tage?? Gegen 21 Uhr, der Wind wurde stetig mehr, wechselten wir auf eine kleinere Genua. Danach bis zum Zieleinlauf um 1 Uhr das gleiche Bild: Bei bitterer Kälte und absoluter Dunkelheit in voller Montur auf der Kante sitzen und frieren. Nach dem Festmachen auf Helgoland versuchten wir einen Ersatz-Spibaumbeschlag zu organisieren. Leider ohne Erfolg!
Auch am nächsten Morgen war auf Helgoland kein Ersatz aufzutreiben, weder beim Yachtausrüster noch als Ersatzteil auf einem anderen Schiff. So mussten wir dabei zuschauen, wie die Anderen zum Start der Hummer 1-Wettfahrt den Hafen verließen. Wir schöpften parallel alle Lösungsmöglichkeiten aus, um vielleicht noch den Start zur Hummer 2 zu schaffen. Eine Idee hatten wir noch: Wir bauten am Mast den Beschlag für den Jocky Pole ab, organisierten eine Drehbank, um den Beschlag auf die passende Größe zu verjüngen. Dies war jedoch lediglich eine Notlösung. Währenddessen wurde draußen im dichten Nebel die 2. Wettfahrt gestartet.
Am Sonntagmorgen liefen wir dann zum Start des „BHF-BANK-CUP Rund Helgoland“ aus, welcher zunächst wegen dichten Nebels verschoben wurde. Also warteten wir im Hafen, doch der Nebel löste sich nicht auf, und so wurde der Regattatag um 15 Uhr für alle abgeschlossen. Unser Teammitglied Ulrike traf zum Glück zwischenzeitlich ein und überreichte uns ein besser passendes Ersatzteil, welches sie noch schnell am Vortag aus Flensburg organisiert hatte. Dieses mussten wir nur noch auf der Drehbank ein wenig optimieren und somit war wenigstens der Start an der „Rund Skagen“ Regatta gesichert.
Doch auch Pfingstmontag sollte uns nicht mehr Glück bringen. Zwar begann der Tag mit Sonne, doch die Wettervorhersage für die kommende Nacht bereitete uns Kopfzerbrechen. Vorhersage für Skagen: bis 45 Knoten bei 4-5 Meter Welle. Nach langer Crewbesprechung stand unser Entschluss fest: Wir starten nicht. Um 12:45 Uhr teilten wir diese Entscheidung der Wettfahrtleitung mit und wollten gleichzeitig zur Rückregatta nach Cuxhaven melden. Doch da war Meldeschluss bereits um 12 Uhr, und eine Ausnahme zu machen, war nicht möglich. So erging es leider auch vielen Anderen, die „Rund Skagen“ abgesagt hatten. Wir verließen dann gegen 15 Uhr total frustriert Helgoland. Immerhin wurden wir ein wenig entschädigt, da wir traumhaft schöne Segelbedingungen hatten: Sonne pur und ca. 20kn Wind von achtern, d.h. Spi hoch und los ging der Spaß.
Rückblickend waren wir allerdings trotz der bitteren Enttäuschung äußerst erleichtert, die richtige Entscheidung getroffen und „Rund Skagen“ nicht mitgesegelt zu haben, denn viele Schiffe mussten schon in der Nacht aufgrund diverser Probleme aufgeben und umkehren.
Nun freuen wir uns um so mehr auf die nächste große Herausforderung: Kieler Woche (gleichzeitig Deutsche Meisterschaft im Seesegeln Inshore)!